Buchprojekt «Als blickte ich in ein Feenland»

Sommer 1896: Ein kleines Dampfschiff steuert von Hamburg aus den Rand der damals bekannten Erde an: Spitzbergen. 45 Herren und 7 Damen befinden sich an Bord. Sie gehören zu den ersten Polar-TouristInnen überhaupt. Mit dabei ist auch Hans Beat Wieland, ein junger Schweizer Künstler, der eigentlich so gar nicht in die illustre Gesellschaft passt. Ihm liegt wenig an Champagner, Frack und Dékolleté. Sein Interesse gilt vielmehr der Erkundung der unberührten Berglandschaft, in der er viele Parallelen zu seiner Heimat entdeckt – malend, schreibend und wandernd.

Sommer 2016: In einem Archiv stosse ich auf eine nicht inventarisierte Kiste. Sie enthält die Erinnerungsstücke Wielands an seine grosse Nordlandreise...

Das war die Initialzündung zu meinem Buchprojekt. Die Neugier der Historikerin und Polarführerin in mir war geweckt, und ich nahm umfangreiche Recherchen auf. Die Trouvaillen und damit verbundenen Geschichten verdienen es, aufbereitet zu werden für ein breiteres Publikum. Gerade jetzt, wo uns die Endlichkeit des 'Ewigen Eises' bewusst geworden ist und – ein eigentliches Paradoxon – Reisen in die fragilen Polargebiete boomen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen in einem Dialog untereinander. Und mit uns.

«Als blickte ich in ein Feenland» (Arbeitstitel/AT) soll im Herbst 2018 beim Verlag NZZ Libro erscheinen. Die Publikation lädt ein zu einer Entdeckungsreise durch Raum und Zeit – mitten hinein in die Belle Époque, in der Alpinismus und (Arktis-)Tourismus noch jung und wild waren und weisse Flecken auf der Landkarte Anlass gaben, grosse Geschichte(n) zu schreiben. Die einzelnen Stationen bewegen sich relativ nah an der heutigen Realität und erweitern diese via einen historischen Zugang. Eine spezielle Buchgrafik nimmt das inhaltliche Konzept auf und macht es visuell erfahrbar.

Sandra Walser, im Oktober 2017

«Als blickte ich in ein Feenland» (AT)

Der Zeit weit voraus:
Im Sommer 1896 auf Nordlandreise
von Hamburg nach Spitzbergen

  • Kultur- und sozialgeschichtliche Sachliteratur mit kunsthistorischen Aspekten
  • → lebendig geschrieben für eine breite Leserschaft
  • lässt sowohl eine text- als auch eine bildbezogene Leseart zu und lädt – unterstützt durch die kreative Gestaltung von Kaj Lehmann (Auszeichnung im Wettbewerb «Schönste Schweizer Bücher 2015» für «Im Hölloch») – auf beiden Ebenen zum Entdecken ein
  • Erscheinung geplant auf Herbst 2018 beim Verlag NZZ Libro
  • ca. 160 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
  • universelle Grundthemen: Reisen, Naturerleben, Entdecken
  • geographische Anker: Schweiz / Deutschland / Spitzbergen / Norwegen / Schweden
  • sorgfältig recherchiert; die Autorin ist Historikerin und Polarführerin
  • führt in vergangene Zeiten, stellt aber immer wieder Verbindungen zur Gegenwart her
  • Zielpublika via folgende Themen: Spezialreisen (hauptsächlich Polargebiete und Skandinavien), Bergsport, Fotografie, Expeditionsgeschichte, Alpinismusgeschichte, Tourismusgeschichte, Kunstgeschichte, ungewöhnliche Biografien
  • Anknüpfungspunkte für Folgeprojekte (z.B. Ausstellung, Vorträge…)

Im Juli 1896 sticht in Hamburg das Dampfschiff «Erling Jarl» in See – mit Kurs auf Spitzbergen. Es unternimmt eine der ersten Kreuzfahrten zum hocharktischen Archipel. Geleitet wird die Reise vom findigen Wismarer Polarhelden Wilhelm Bade, der seinen illustren Gästen – es sind 45 Herren und 7 Damen – mehr bieten möchte als nur 'Land und Leute'. Sie sollen in Nordnorwegen die totale Sonnenfinsternis beobachten und auf Spitzbergen dem Start der wohl tollkühnsten Expedition des 19. Jahrhunderts beiwohnen können: Vom Rand der bekannten Erde will sich der Schwede Salomon August Andrée aufmachen zum noch uneroberten Nordpol… mit einem Gasballon!

Der junge Schweizer Hans Beat Wieland ist im Auftrag einer Zeitung als Zeichner an Bord der «Erling Jarl». Sein unlängst in einem Archiv entdecktes, tourismus- und polarhistorisch äusserst aufschlussreiches Reisetagebuch gibt Einblick in die feinsinnige und bisweilen auch unterhaltsame Gedankenwelt eines 'Berglers' und passionierten Berggängers, der seiner Zeit weit voraus war. Die Menschen und vor allem die Landschaften des hohen Nordens, in denen er immer wieder Bezüge zu seiner Heimat findet, brennen sich tief in seine Seele: «Als blickte ich in ein Feenland», resümiert er.

Wieland schafft die erste bedeutende Werkgruppe mit dokumentarischen Skizzen, Aquarellen und Ölgemälden zu Spitzbergen. Wenige Jahre später avanciert er zu einem in Mitteleuropa überaus populären Alpenmaler.

Ausgehend von Wielands Nordlandfahrt nimmt uns die Historikerin und Polarführerin Sandra Walser mit auf eine Reise zurück in eine faszinierende Pionier-Zeit, in der Alpinismus und (Arktis-)Tourismus noch jung und wild waren und weisse Flecken auf der Landkarte Anlass gaben, grosse Geschichte(n) zu schreiben. Die einzelnen Stationen der «Entdeckungsreise», welche dank einer speziellen Gestaltung auch visuell erfahrbar sein wird, bewegen sich relativ nah an der heutigen Realität und erweitern diese via einen historischen Zugang.

Über 60'000 BesucherInnen pro Jahr verzeichnet Spitzbergen heute – Tendenz steigend. Der kurze Sommer 1896 markierte nicht nur die eigentliche Geburtsstunde dieses boomenden Tourismus-Zweiges – er versammelte auch das «Who is Who» der Polarforschung im damals unbesiedelten Niemandsland auf fast 80° Nord.

Zahlreiche Bilder Wielands sowie rare, zeitgenössische Fotografien illustrieren den Band.

TEIL 1

Der Seesack

TEIL 2

Leinen los!
Die Heimat in der Ferne
Es stinkt zum Himmel
Ohne Halt bis 90° Nord?
Am Horizont ein weisser Streifen
Das Feenland
Am Rad der Zeit gedreht
Hilsen fra Spitsbergen
Herr Leutnant, nicht so tief
Im Mondschatten
Längsseits

TEIL 3

Hans Beat Wieland – Maler seiner Zeit
Wilhelm Bade – Begründer der Polartouristik
Salomon A. Andrée – Ingenieur im Überflug
DS Erling Jarl – Eisprinzessin
Spitzbergen – Land der kühlen Küste

ANHANG

Literaturverzeichnis
Register
Bildnachweise
Danksagungen

Unzählige Menschen sind dem berühmt-berüchtigten 'Polarvirus' schon erlegen. Um Hans Beat Wieland ist es 1896 geschehen, um mich rund 100 Jahre später...

Als Polarführerin/Historikerin nehme ich meine Gäste jeweils mit auf eine Entdeckungsreise, die in vergangene Zeiten führt und dabei immer auch Bezüge zur eigenen Aktualität herstellt. Das Interesse an der Geschichte der ‚Enden’ unseres Planeten ist gross – wenn man sie denn mit den richtigen Geschichten vermittelt. Und genau dies zu tun, ist meine Motivation.

Dass das fein- bis scharfsinnige Tagebuch und ein Grossteil der Bilder Wielands sowie Fotos der Reise noch erhalten sind, ist ein Glücksfall. Ihr Fund war für mich die Initialzündung zu umfangreichen Recherchen, die weitere spannende Quellen zu Tage gefördert haben. Sie geben Einblick in den Geist der Belle Époque, die in verschiedenster Hinsicht vom Aufbruch geprägt war. Nicht zufällig entwickelte sich in dieser Zeit der Alpen- und Gruppentourismus, in deren Kontext auch die Nordlandfahrt der «Erling Jarl» zu sehen ist. Ihr Charakter war visionär: Heute findet sie sich – nur leicht modifiziert – als Standardangebot in jedem Katalog für Norwegen- und Polarkreuzfahrten.

Trotz seiner relativ kurzen Besiedlung hat Spitzbergen viel zu erzählen. Aber sieht man einmal von Reiseführern oder klassischen Abenteuerschilderungen ab, gibt es im deutschsprachigen Raum kaum Bücher, die sich mit dem Archipel beschäftigen – und das, obwohl anteilmässig auffallend viele der mittlerweile jährlich 70'000 Spitzbergen-Reisenden aus der Schweiz, Deutschland und Österreich kommen. Es fehlt eine Publikation, die sich relativ nah an der heutigen Realität bewegt und diese via einen historischen Zugang erweitert. Mein Buch soll in diese Lücke springen.

Es ist mir ein grosses Anliegen, mit «Als blickte ich in ein Feenland» (AT) nicht ausschliesslich die rasant wachsende Gruppe von Polarfans anzusprechen. Die Grundthemen – Reisen, Naturerleben, Entdecken – sind universell, und ich möchte sie demgemäss vermitteln.

Wichtig ist mir zudem, dass zwischen den beiden Buchdeckeln mehrere Lesearten möglich sind: eine textbezogene und eine bildbezogene. Gestaltung, Ausstattung und Materialisierung des Buches sollen ebenfalls eine Art Entdeckungsreise erfahrbar machen.

Sandra Walser, im Oktober 2017

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