Auf Nordlandfahrt: 1896 von Hamburg nach Spitzbergen

Ein ungewöhnliches historisches Sachbuch  –  eine Entdeckungsreise durch Raum, Zeit und die geheimnisvollen Landschaften des hohen Nordens.

Im Sommer 1896 steuert ein kleines Dampfschiff von Hamburg aus den Rand der damals bekannten Erde an: Spitzbergen. 45 Herren und 7 Damen befinden sich an Bord. Sie gehören zu den ersten Polar-TouristInnen überhaupt. Mit dabei ist auch Hans Beat Wieland, ein junger Schweizer Künstler, der eigentlich so gar nicht in die illustre Gesellschaft passt. Ihm liegt wenig an Champagner, Frack und Dekolleté. Sein Interesse gilt vielmehr der Erkundung der unberührten Berglandschaft, in der er viele Parallelen zu seiner Heimat entdeckt – wandernd, malend, schreibend.

120 Jahre später stosse ich auf die Erinnerungsstücke Wielands an seine grosse Reise: Tagebücher, Fotos, Skizzen...

Diese wunderbaren Trouvaillen und die damit verbundenen Geschichten verdienen eine breitere Öffentlichkeit. Gerade jetzt, wo uns die Endlichkeit des 'Ewigen Eises' bewusst geworden ist und – ein eigentliches Paradoxon – Reisen in die fragilen Polargebiete boomen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind eng miteinander verwoben. Und mit uns.

Bei meinem Projekt handelt es sich um ein kultur- und sozialhistorisches Sachbuch der etwas anderen Art: um einen Dialog zwischen Wissenschaft, Abenteuer und Kunst – fundiert recherchiert, lebendig erzählt, raffiniert gestaltet.

Der Fahrt von 1896 lose folgend und die relevanten Themen aufgreifend, möchte ich einladen zum Stöbern – zu einer Entdeckungsreise durch Raum, Zeit und die faszinierenden Landschaften des hohen Nordens. Sie startet im Heute und führt mitten hinein in die Belle Époque, in der Alpinismus und (Arktis-)Tourismus noch jung und wild waren und weisse Flecken auf der Landkarte Anlass gaben, grosse Geschichte(n) zu schreiben.

Unterschiedliche Lesearten sind möglich, denn neben dem Text ist mir auch die Gestaltung sehr wichtig. Sie soll mit dem historischen Bildmaterial spielen und die Entdeckungsreise visuell erfahrbar machen. Mit Kaj Lehmann («Im Hölloch», ausgezeichnet im Wettbewerb «Die schönsten Schweizer Bücher 2015») konnte ich den idealen Grafiker für diese Herausforderung gewinnen.

Die Nordlandreise, die Hans Beat Wieland unternahm, findet sich übrigens heute – nur leicht modifiziert – als Standardangebot in jedem Katalog für Norwegen- und Polarkreuzfahrten. Dass zur visionären Unternehmung vom Sommer 1896 noch Quellen vorhanden sind, ist ein absoluter Glücksfall. Sie geben einen spannenden Einblick in den Geist einer Epoche, die in verschiedenster Hinsicht vom Aufbruch geprägt war und bis heute nachwirkt.

Sieht man einmal von Reiseführern oder klassischen Abenteuerschilderungen ab, gibt es im deutschsprachigen Raum kaum historische Sachliteratur, die sich mit dem hocharktischen Archipel Spitzbergen und seiner einzigartigen Tourismusgeschichte beschäftigt – und das, obwohl anteilmässig auffallend viele der mittlerweile jährlich über 50’000 Spitzbergen-Reisenden aus der Schweiz, Deutschland und Österreich kommen. Mein Buch soll in diese Lücke springen. Dabei ist es mir jedoch ein grosses Anliegen, nicht ausschliesslich 'Polarfans' anzusprechen, denn die Grundthemen – Reisen, Naturerleben, Entdecken – verstehe ich als universell.

Meine Motivation als Historikerin ist es, Geschichte lebendig werden zu lassen, neugierig zu machen auf das, was historische Quellen erzählen können, vergangene Zeiten in Bezug zu bringen mit dem eigenen Hier und Jetzt.

TEIL 1

Der Seesack

TEIL 2

Leinen los!
Die Heimat in der Ferne
Es stinkt zum Himmel
Ohne Halt bis 90° Nord?
Am Horizont ein weisser Streifen
Das Feenland
Am Rad der Zeit gedreht
Hilsen fra Spitsbergen
Herr Leutnant, nicht so tief
Im Mondschatten
Längsseits

TEIL 3

Hans Beat Wieland – Maler seiner Zeit
Wilhelm Bade – Begründer der Polartouristik
Salomon A. Andrée – Ingenieur im Überflug
DS Erling Jarl – Eisprinzessin
Spitzbergen – Land der kühlen Küste

ANHANG

Literaturverzeichnis
Register
Bildnachweise
Danksagungen

  • kultur- und sozialgeschichtliche Sachliteratur
  • → lebendig geschrieben für eine breite Leserschaft
  • lässt sowohl eine text- als auch eine bildbezogene Leseart zu und lädt auf beiden Ebenen zum Entdecken ein – unterstützt durch die kreative Gestaltung von Kaj Lehmann (Auszeichnung im Wettbewerb «Schönste Schweizer Bücher 2015» für «Im Hölloch»)
  • Erscheinung geplant auf Herbst 2018 beim renommierten Schweizer Sachbuchverlag NZZ Libro
  • ca. 200 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
  • universelle Grundthemen: Reisen, Naturerleben, Entdecken
  • sorgfältig recherchiert
  • führt in vergangene Zeiten, stellt aber immer wieder Verbindungen zur Gegenwart her
  • geographische Anker: Schweiz / Deutschland / Spitzbergen / Norwegen / Schweden
  • Zielpublika via folgende Themen: Spezialreisen (hauptsächlich Polargebiete und Skandinavien), Geschichte (Tourismusgeschichte, Expeditionsgeschichte, Alpinismusgeschichte, Kunstgeschichte), Fotografie, Bergsport, Seefahrt, ungewöhnliche Biografien
  • Anknüpfungspunkte für Folgeprojekte (z.B. Ausstellung, Vorträge…)

Im Juli 1896 sticht in Hamburg das Dampfschiff «Erling Jarl» in See – mit Kurs auf Spitzbergen. Es unternimmt eine der ersten Kreuzfahrten zum hocharktischen Archipel. Geleitet wird die Reise vom findigen Wismarer Polarhelden Wilhelm Bade, der seinen illustren Gästen – es sind 45 Herren und 7 Damen – mehr bieten möchte als nur 'Land und Leute' Sie sollen in Nordnorwegen die totale Sonnenfinsternis beobachten und auf Spitzbergen dem Start der wohl tollkühnsten Expedition des 19. Jahrhunderts beiwohnen können: Vom Rand der bekannten Erde will sich der Schwede Salomon August Andrée aufmachen zum noch uneroberten Nordpol… mit einem Gasballon!

Der junge Schweizer Hans Beat Wieland ist im Auftrag einer Zeitung als Zeichner an Bord der «Erling Jarl», um die grossen Ereignisse zu dokumentieren. Sein unlängst in einem Archiv wiederentdecktes, tourismus- und polarhistorisch äusserst aufschlussreiches Reisetagebuch gibt Einblick in die feinsinnige und bisweilen auch unterhaltsame Gedankenwelt eines 'Berglers' und passionierten Berggängers, der seiner Zeit weit voraus war. Die Menschen und vor allem die Landschaften des hohen Nordens, in denen er immer wieder Bezüge zu seiner Heimat findet, brennen sich tief in seine Seele. Wieland schafft die erste bedeutende Werkgruppe mit dokumentarischen Skizzen, Aquarellen und Ölgemälden zu Spitzbergen. Wenige Jahre später avanciert er zu einem in Mitteleuropa überaus populären Alpenmaler.

Spitzbergen verzeichnet heute über 50.000 BesucherInnen pro Jahr. Der kurze Sommer 1896 markierte nicht nur die eigentliche Geburtsstunde dieses boomenden Tourismus-Zweiges – er versammelte auch das Who is Who der Polarforschung im damals unbesiedelten Niemandsland auf fast 80° Nord. Mit zwei Schlüsselfiguren beschäftigt sich das Buch näher: Es legt das Augenmerk auf Wilhelm Bade und seinen Weg vom gefeierten Überlebenden der «Deutschen Nordpolarfahrt 1869/70» zum Begründer der Nordland- und Polartouristik. Ausserdem beleuchtet es Salomon August Andrée und die bisher wenig beachtete erste Phase seiner legendären Ballon-Expedition.